Bemerkenswert

Ein Essay über die ZEIT und Geld und Sucht und Zeit und natürlich über Liebe

Weihnachten steht vor der Tür, und mit ihm Tage der Besinnung. Oder doch wieder nur des besinnungslosen Konsums? Ich bin mir nicht mehr sicher. Dieser Essay handelt von solchem Handeln, man könnte ihn auch als Manifest verstehen, mit dem ich konstatiere: Mein Lifestyle ist geiler als deiner!

 

Vor kurzem ist bei der ZEIT ONLINE Arbeit ein Artikel mit einem seltsam vielversprechenden Titel erschienen. „Ich bin süchtig nach Geld“, ein Zitat deshalb, weil es sich bei dem Text um ein Interview mit Berufseinsteigern handelt, die sich darin mit ihrer Einstellung zu Geld befassen. Ich finde, das klingt zunächst sehr interessant; allein die Überschrift lässt eine Entrüstung, die ihresgleichen sucht, in mir aufsteigen. Im Folgenden möchte ich diesem gutbürgerlichen, möglicherweise kapitalistisch verblendeten Auswuchs unserer Gesellschaft in einem Bericht der sonst doch etwas linken ZEIT ONLINE meinen bisherigen, vielleicht naiven Lebensentwurf gegenüber stellen, wobei zu beachten ist, dass mir mein Wohlergehen um ein Vielfaches wichtiger ist als mein Wohlstand – auch wenn das eine nicht ganz ohne das andere auskommt.

Wozu Freizeit ohne Geld?

Ich lebe nämlich wie die meisten Menschen in Deutschland in einer Blase; jedoch nicht in einer sächsischen, die weitgehend ohne Ausländer, dafür mit viel Hass auskommt, sondern in einer studentischen, in der die meisten Leute der Freizeit gleich oder gar mehr Wert beimessen als dem durch Einsatz von Freizeit verdienten Geld. In dem Studentenwohnheim, wo ich nun schon seit drei Jahren lebe, lernen viele ihre Freizeit auch ohne Geld zu schätzen, und meine arbeitenden Freunde beneiden uns schon mal darum. Viele Bekannte aber fragen: Was will ich mit Freizeit, wenn ich sie nicht nutzen kann? Ich habe ja dann kein Geld?

 

Philipp, 26, braucht jedes neue iPhone sofort

 

Ähnlich wie diesen Bekannten geht es auch Philipp, 26 Jahre alt und der Erste, der der ZON Arbeit sein Verhältnis zu Geld schildert. Philipp arbeitet als Finanzdienstleister und kennt sich somit gut aus mit Finanzen und der Wirtschaft. Wer nun besondere Weitsicht bezüglich seines Umgangs mit Geld erwartet, wird dennoch schwer enttäuscht werden: Dieser junge Mann erlaubt sich mit „mehr Geld mehr Freiheiten“, er zählt auf: einen Riesenfernseher, jedes neue iPhone (das brauche er sofort), Spontanflüge in die USA, „vorrausgesetzt, ich bekomme Urlaub.“ Daran hapert es ja meistens, wenn man sehr viel Geld verdient: Man hat keine Zeit mehr, es auszugeben. Diesen Gegensatz von mehr Freiheit und zu wenig Freizeit zur Auslebung selbiger löst Philipp gekonnt auf mit der Aussage, dass er mehr Geld immer mehr Zeit vorzöge – dabei war die Einsicht ja schon da, dass er es dann noch seltener ausgeben kann. Ich kann diese absurde Überzeugung nicht nachvollziehen, der Artikelname ist Programm. Philipp ist süchtig nach Geld: Seinem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.

„Ich will aber!“

 

Diese Sucht bezieht sich jedoch nicht direkt aufs Geld, sondern vielmehr auf den Konsum: „Irgendwann ist man eben auf einem Level angelangt, da braucht man dann die dritte Jacht, weil man Bock drauf hat.“ Braucht man? Braucht ein Kind den Schokoriegel an der Kasse, weil es „Bock drauf hat“? Auf den Vergleich mit einem quengelnden Kleinkind kann ich nicht verzichten, sagt Philipp später über das ständige Mehr an Luxus: „[A]ber ich will es haben.“

 

Ich will nie so reich sein, wie unser Philipp es ist; man sieht ja, wie unsozial Superreiche sich in ihrem Bestreben ihren Reichtum größer, höher und weiter anzuhäufen verhalten, an den zahllosen Skandalen in Gegenwart und Vergangenheit, für die sie scheinbar skrupellos sorgen. Unsozial, wenn es das trifft, vielleicht aber auch vielmehr sozial wenig interessiert, da finanziell überengagiert ist auch Philipp bereits. Ihm ist mehr Geld generell wichtiger, als dass er mit seinen Kollegen und dem Chef gut auskommt, für mehr Gehalt nimmt er jedes noch so abscheuliche Arbeitsklima in Kauf. Auf Schöndeutsch: Philipp würde ohne Weiteres seinen Arsch an Arschlöcher verkaufen.

 

Sucht Sucht Freunde aus?

 

Zudem müssen seine Freunde das Potential haben sich finanziell zu entwickeln. In meinen Augen ist das Wahnsinn. Was ich hingegen als normale Anforderungen für Freunde betrachte: Sie sollten mich gut leiden können und ich sie auch. Ähnlicher Humor ist ebenfalls von Vorteil. Ich möchte damit nicht darstellen, was für ein unglaublich guter Mensch ich bin, denn das bin ich nicht. Ich möchte auch nicht sagen, dass Philipp sein Leben mit Sicherheit falsch führt, auch wenn es mir schwer fällt zu glauben, dass man so glücklich sein kann – und das Glücklichsein ist für mich die Hauptsache. Für Philipp ist sie eher die Illusion des Irgendwannglücklichwerdens. Sein Ziel ist offensichtlich Reichtum, der immer wachsen soll. „Ein Wahnsinnsgefühl, dieses Mehr. Dass es beim Reichtum kein Limit gibt,“ ist meines Erachtens ziemlich schlimm, aber was soll’s. Viel problematischer ist für Philipp, dass er für sein Glück immer mehr von etwas braucht. Wenn man so gesehen seinen (Kauf-)Rausch immer steigern muss, um froh zu sein, dann kann man auch mit Heroin glücklich werden und am Ende völlig zugeballert sterben. (Einziges Problemhierbei: gutes Heroin ist wiederum teuer.) Es ist dann auch wichtig, dass die Freunde gern Heroin nehmen wollen, zusätzlich zu finanziellem Potential benötigen sie jetzt eben Sucht- und Kriminalitätspotential, um die Analogie zu Philipps Konsumproblem mal zu verdeutlichen.*

 

Anna, 26, will es zeigen – aber wem eigentlich?

 

Ganz so verkorkst ist Anna, Kandidatin Nummer zwei im besprochenen Artikel, nicht. Sie ist ebenfalls 26 Jahre alt und arbeitet als Floristin, nennt sich aber „Floral Artist“, damit junge, abgehobene Paare, beeindruckt von dieser englischen Berufsbezeichnung – die beiden sind vermutlich „Manager of Public Relations“ und „Economic Leadership Coach“ –, ihre Dienste besser entlohnen. Anna will zeigen, dass sie es geschafft hat – mit einem nagelneu glänzenden Mercedes und einzelnen Outfits im Wert von jeweils mehreren Hundert Euro. Ihrem Sohn versucht sie aber selten teures Spielzeug zu kaufen, von dem sie zugibt, dass es nach zwei Tagen in einer Ecke liegt, vergessen, traurig und einsam, und predigt Dankbarkeit. Dass kleine Kinder zunächst durch Nachahmung und nicht so sehr durch Erziehung geprägt werden, scheint ihr entfallen.

Ich will vor allem wissen: Wem will Anna es zeigen? Sie selbst weiß ja, dass sie es geschafft hat, denn sie kann es in ihrem Zuhause, auf ihrem Konto, vielleicht in den Augen ihres Kindes sehen. Sie möchte es aber nach außen hin präsentieren; sie möchte von anderen aufgrund ihrer finanziellen Situation beurteilt werden. Vermutlich hält sie das sogar für unumgänglich, haben doch ihre Eltern, obwohl sie wenig Geld hatten, ihr Haus zu Prestigezwecken behalten anstatt sich die vermeintliche Blöße zu geben in eine günstigere Wohnung umzuziehen und möglicherweise ein finanziell wie allgemein entspannteres Leben zu führen.

 

Ein jeder hat sein Kindheitstrauma

 

Meine Kindheit hat mich in Sachen Geld ebenfalls erheblich geprägt, nehme ich an: Wir hatten keine Kohle und ich habe immer ein bisschen scheiße ausgesehen in meiner abgetragenen Kleidung, die über zwei Cousinen und eine Schwester weitergegeben worden war, bevor man sie mir übergestülpt hat. Obwohl ich eigentlich zu spät dafür geboren bin, habe ich mit 10 Jahren noch Schlaghosen getragen. Ich kann Annas Scham und ihren Unwillen ihr Geld nicht zu zeigen also ein Stück weit nachvollziehen. Irgendwann aber hat mir dieser Umstand des Nichtalleshabenkönnens beigebracht, dass man sich individuell und schön gestalten kann. Ein bisschen waren das allerdings auch die Ärzte, die mir, aufgenommen mit der Muttermilch, vermittelten:

 

„Ich bin nicht arm – ich hab, was mir gefällt. Ich bin nicht neidisch auf dich oder dein Geld. Herzlich willkommen in meinem Lebenslauf.“

„Ich bin nicht hässlich; ich seh nur anders aus als du.“

 

 

 

 

Wie aus Mangel Weisheit wurde

 

Wir hatten keine große Bude, und damit meine Schwester und ich zumindest je ein eigenes Zimmer haben konnten, hat unsere Mutter im Wohnzimmer geschlafen.Während meine Klassenkameraden aus gutbürgerlichem Mittelschichthause Markenprodukte gegessen, getragen, konsumiert haben, so habe ich – Danke, Mama! – recht früh den Sinn davon hinterfragt mehr Geld für ein Logo auszugeben; heute weiß ich, dass Nutella aus billigem und umweltschädlichem Palmfett hergestellt wird, sodass ich mein Geld, wenn ich zu viel habe, auch in Ökoalternativen aus halbwegs regionaler und fairer Herstellung investieren kann, oder, dass ich, falls mir wirklich wenig Geld zur Verfügung steht, auch billige Alternativen verwenden kann. Der von Ferrero viel gepriesene einzigartige Geschmack ist hier wie bei vielen Markenprodukten ausschließlich Gewöhnungssache. Ich weiß mittlerweile auch, dass renommierte Textilhersteller, deren Werbung in Form von Pullis und Shirts mit Schriftzug oder Streifen man als „Cool Kid“ auf dem Schulhof unbedingt tragen muss, anderswo Kinder ausbeuten.

 

Liebe macht reicher als Geld

 

Ich muss niemandem etwas zeigen; meine Eltern sind bestimmt stolz auf mich, weil ich „was Anständiges“ studiere. Tatsächlich wollte ich aber als Kind Floristin werden, so wie Anna, und ich bin mir sicher, das hätten sie ebenfalls stolz mit angesehen. Drum möchte ich Anna am liebsten sagen: Du hast es doch geschafft! Zeig es dir und deiner Familie, gern auch deinen Freunden oder Fremden, indem du euch etwas Gutes tust. Dazu benötigt man nicht unbedingt Geld, sondern Zeit und Liebe. Die sind ja zum Glück immer noch umsonst und bringen einen Reichtum, der mit Gold nicht aufzuwiegen ist.

 

Mein Reichtum ist deine Normalität

 

Ein wiederum etwas anderes Maß für Reichtum hat Christian. Er hat mit seinen dreißig Jahren an Alter und seinem Job in der Automobilbranche noch keine Million zusammen und betrachtet sich deshalb nicht als reich. Diese erste Aussage finde ich in der globalisierten Welt, in der fast alle Deutschen über materiellen Reichtum verfügen, unangebracht; Christian könnte ruhig mal seine Prioritäten überdenken und eine Runde über den eigenen Tellerrand schauen. Mir ist klar, dass meine persönliche Grenze von Reichtum da liegt, wo bei anderen erst die Normalität beginnt, aber ich denke, ich fahre ganz gut damit. Wieder ist das sicherlich auch meiner Kindheit und nicht meinem Intellekt oder einer ersponnenen moralischen Überlegenheit zu verdanken. Früher habe ich alle meine Freunde als reich angesehen, weil sie in Einfamilienhäusern in Neubaugebieten gelebt haben, denn mir war so etwas bis dahin unbekannt. Auch heute bezeichne ich daher den in Deutschland gewohnten Wohlstand gern als Reichtum: Immerhin hat nahezu jeder hier ein Dach und fließend warmes Wasser und genügend Essen zum Wegwerfen sowie einen Taschencomputer, der quasi alles kann und alles ersetzt.

 

Aber Christian kratzt die Kurve: Neben sinnfreien Anschaffungen wie Kopfhörern für 350 Euro – „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss schon stimmen“ – gibt er auch Geld für bessere Lebensmittel und kostenlose Dienste wie die Wikipedia aus, die er für unterstützenswert hält. Ich denke, Christian hat seinen Reichtum eigentlich doch erkannt, nur möchte er ihn nicht beim Namen nennen, sei es aus Scham oder aus Angst vor Neid. Viel wichtiger ist aber, was er daraus für sich ableitet und wie sein, nennen wir es Christian zuliebe Wohlstand, sein Handeln und seinen Konsum bestimmen.

 

Nicht nur Christen können Nächstenliebe

 

Seinen Reichtum zu erkennen und daraufhin auch andere, die weniger haben, daran teilhaben zu lassen ist Teil aller Weltreligionen. Doch auch wer wie ich nicht religiös ist, hat im Alltag jede Menge Gelegenheit dazu. Mein Freund zum Beispiel gibt jedem Obdachlosen, dem er begegnet, Geld und ein Gespräch oder er kauft etwas für ihn ein. Seine Begründung könnte einfacher nicht sein: „Es hätte auch mich treffen können, alles ist Zufall.“ In Religionen, die an die Wiedergeburt glauben, sagt man stattdessen: „Das könnte deine verstorbene Großmutter/dein zukünftiger Enkel sein“, das Prinzip bleibt dasselbe. Dieser von Demut geprägten solidarischen Philosophie versuche auch ich zu folgen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Der größte Gegner hierbei heißt Angst und er verleitet schnell zu Missgunst oder zum Wegsehen, wo niemand gern hinschauen möchte.

 

Auch in der Erziehung gilt: Zeit ist wichtiger als Geld

 

In gewissem Maße scheint die Angst auch Christians Beziehung zu Geld zu beeinflussen: Er nennt zuletzt Sicherheit, Rente und Kinder als größten Anreiz zum Geldverdienen. Das ist ein valides und vor allem verständliches Argument. Dennoch sollte man meiner Meinung nach, gerade wenn man Kinder hat, mehr Zeit und Aufmerksamkeit als Geld in sie investieren. Was ansonsten geschehen kann, ist unter anderem hier, aber auch sonst sehr viel auf Youtube und sozialen Medien zu sehen, wo Kinder mit guten, teuren Kameras die peinlichste Zeit ihres Lebens festhalten um, wenn nicht die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, so doch wenigstens die fremder Personen im Internet zu ergattern.

 

YOLO, das bedeutet: „You only live once!“

 

Lydia Krüger hat sich in ihrem Blog Büronymus mit demselben Thema befasst und kommt ebenfalls zu dem Schluss: Zeit ist wichtiger als Geld. Spannend finde ich, dass viele dies irgendwann realisieren, man aber niemanden findet, der umgekehrt vorher eine „viel Zeit“-Lebensphilosophie vertrat und plötzlich Geld als wichtigstes Gut seiner Existenz ansieht. Einige „viel Geld“-Anhänger werden nun empört schimpfen, dass man eben faul wird, sobald man weniger arbeitet, und schwache Gemüter diese Faulheit dann nicht mehr überwinden können; zum Problem der Faulheit in der Freizeit werde ich am Ende des Textes zurückkehren. Lydia Krüger schreibt in ihrem Blogpost „Zeit ist das neue Geld“, dass der bereits vorhandene Wohlstand, in den wir hineingeboren werden, und unsichere Renten sie dazu bewogen haben, Geld nicht mehr so wichtig zu nehmen, frei nach dem Motto „YOLO“, dem bedauernswert hohl klingenden Mantra meiner Generation. Zudem zitiert sie Nietzsche, der sagt: „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.“ Zählt man zur täglich verfügbaren Zeit den Schlaf hinzu, so passt die Vierzigstundenwoche noch in unseren Rhythmus ohne uns zu versklaven. Krüger zieht aber acht Stunden für Schlaf ab und schließt: „Nietzsches Arbeitswoche wäre eine 25h-Woche.“

 

Mehr Fokus im Sechsstundentag

 

Von Nietzsches Fünfundzwanzigstundenwoche hat man bisher zwar noch nichts mitbekommen, aber der Sechsstundentag ist ein Phänomen, über das sogar hiesige Medien ab und zu vorsichtig munkeln. Es darf dabei aber nicht um das Wohlergehen von Arbeitnehmern gehen: Stattdessen ist man auf der Suche nach einer Leistungssteigerung oder einer Kostenersparnis, wobei die beiden effektiv dasselbe sind. Mit dem Sechsstundentag kassieren schwedische Unternehmen beispielsweise bereits echte Vorteile. Ihre Mitarbeiter seien fokussierter, sagen sie. Mir erscheint das nur logisch, denn nach fünf Stunden fokussierten Lernens, Denkens und Rechnens ist bei mir auch die Luft raus. Ich höre dann auf, denn ich werde ja nicht dafür bezahlt; geforderte Arbeitnehmer mit Achtstundentag verlagern ihre Aufmerksamkeit dann eben weg von Aufgaben, die echte Konzentration erfordern, und hin zu aufmerksamkeitsziehenden Medien wie dieser Plage, die sich Facebook nennt. Genau dem scheinen die Schweden erfolgreich entgegengewirkt zu haben.

 

Nur Hokuspokus mit dem Sechsstundentag?

 

Der stern jedoch hat einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Einführung des Sechsstundentags in einem Altenheim beschäftigt. Dabei seien die Krankheitstage des betroffenen Personals kaum reduziert worden oder gar vermehrt aufgetreten. Dass Pflegepersonal weniger gestresst ist und plötzlich seltener krank wird, weil sie weniger Zeit mit ihrer wichtigen Arbeit mit Menschen verbringen, kann aber kaum jemand glauben. Nur, wenn zusätzlich genügend Personal angestellt wird, kann der Stresslevel der Angestellten effektiv gesenkt werden. Genügend bedeutet hierbei keinesfalls, dass nur der Status quo erhalten werden soll, sondern eine echte Besserung der Bedingungen durch mehr Pfleger pro Patient.
Bei OP-Personal, so stern.de, habe sich allerdings eine Verbesserung erwirken lassen: Weniger Stress führe zu weniger Kündigung, diese zu weniger Einarbeitung neuen Personals. Die gesparte Zeit und das dadurch gesparte Geld kommen dann dauerhaft den Angestellten zugute. Da dieser Vorteil in messbaren Zahlen vorliegt, kann man ihn nicht von der Hand weisen, dennoch bezeichnet der stern das Projekt Sechsstundenwoche mit seinen verschiedenen Versuchen als insgesamt gescheitert.

 

„Die Kosten wiegen schwerer als die Vorteile.“

 

Auch DIE WeLT berichtet nichts, was Hoffnung keimen ließe. „Zu teuer“, sage die Wirtschaftsagentur Bloomberg, „die Kosten wiegen schwerer als die Vorteile.“ Das lässt sich als Wirtschaftsagentur natürlich leicht so sagen, geht es ja hier um Menschen und deren Wohlergehen und nicht um Banken und Wohlstand. Dass mögliche Vorteile der Sechsstundenwoche sich nicht ausschließlich und schon gar nicht sofort in Geldbeträgen messen lassen, wird von Finanzfuzzis geflissentlich übersehen. Einen kleinen Lichtblick gibt es aber doch: die schwedische Linke fordert Studien über langfristige Vorteile der Sechsstundenwoche. Ich für meinen Teil warte das nicht ab, denn ich bin überzeugt, dass mehr Zeit mehr Mehr ist als mehr Geld.

 

Der Traum vom Hippiedorf

 

Das Problem, das sich nun in unserer Gesellschaft für Leute derselben Einstellung ergibt, ist ein wenig paradox: Finanziell unabhängig kann nur werden, wer vorher über Geld verfügt. Ohne Moos: nix los. Der einzige Lösungsvorschlag, der meine Freunde und mich mit dem Leben in diesem grässlich luxuriösen und dennoch unfreien Umfeld versöhnt, ist bisher ein Traum, der Traum vom Hippiedorf. Was naiv bis unmöglich klingen mag, ist sicher zu schaffen, wenn man trotz wenig Lohnarbeit nicht faul ist. Als Ingenieure und Gärtner möglichst autark auf dem Land zu leben, möglichst ohne Luxus, den man nicht selbst schaffen kann, jedoch gelegentlich mit eingekaufter Fairtradeschokolade, ist eine Vision, die mir Trost spendet inmitten all der erfolgs- und konsumorientierten Philipps, die auch an der Uni leider zuhauf unterwegs sind. (Sie sind dabei aber so zielstrebig, dass sie auch pünktlich nach sechs Semestern Regelstudienzeit wieder weg sind.)

 

Das Gewohnheitstier Homo sapiens

 

Viele werden fragen, ob ich denn nicht auch glaube, dass mir etwas fehlen wird, später, in meinem einfachen Leben, von dem ich so gern träume. Ich denke aber, der Mensch gewöhnt sich an alles. Ich gewöhne mich daher lieber an einen, so könnten Dauerkonsumierende sagen, armen und langweiligen Lebensstil und finde Freude an relativ einfachen Dingen, als an einen teuren und extravaganten, bei dem das Gewohnheitstier Homo sapiens mehr und mehr Geld benötigt um seine vermeintlichen Bedürfnisse dauerhaft stillen zu können.

Den Bekannten, zu Beginn erwähnt, die fragen, was ich denn anstelle mit meiner Zeit, wenn ich doch kaum Geld habe, erzähle ich dann eben, was ich so tu in meiner freien Zeit, also in der, die nicht fürs Studieren drauf geht:

 

  • einen neuen Arbeitskreis in meinem Wohnheim für solidarische, ökologische Landwirtschaft gründen,
  • viel lesen,
  • raus gehen, spazieren gehen, eislaufen, Inline skaten,
  • Bücher und Kleidung aus zweiter Hand einkaufen, was spannender ist, als das H&M-Kunstsoffartikelregal zu plündern um hinterher auszusehen wie jedes beliebige Konsumopfer,
  • malen (direkt an die Wand; das spart Leinwand und sieht schick aus),
  • schreiben, und im Verlauf dessen manchmal zwei Stunden ins Internet versieben,
  • manchmal mit einer besonders guten Serie Zeit totschlagen,
  • meditieren (seit neuestem),
  • Tanzkurs, der an der Uni von Ehrenamtlichen umsonst angeboten wird.

 

Ehrenamt im studentischen Umfeld spielt dabei eine wichtige Rolle; sonst hätte ich sicher nicht die Möglichkeit, so viele tolle Sachen und vor allem Erlebnisse umsonst mitzunehmen. Ich bin dafür sehr dankbar. Denn wer gibt, der wird bekommen. Engagement ohne Bezahlung, die keine Lohnarbeit ist, nimmt einen erheblichen Teil meiner Zeit ein. So viel zur Faulheit der Arbeitslosen. 😉

 

Zum Schluss ein letzter Satz für die Realisten, die diesen Text dennoch zu Ende gelesen haben: Ich weiß durchaus, dass man Geld braucht um in unserer Gesellschaft zu überleben, auch oder gerade sozial, aber man kann mit Geld umgehen ohne ihm einen (Stellen-)Wert einzuräumen, den es nicht hat und vielleicht auch nicht unbedingt haben sollte.

 

 

Sollte dieser Text weltanschaulich halbwegs gefallen oder zumindest zum Nachdenken angeregt haben, so empfehle ich als weitere Lektüre Momo, ein Kinderbuch, das ich hier in naher Zukunft rezensieren, interpretieren und wärmstens empfehlen möchte – auch, falls noch ein Weihnachtsgeschenk für eure Liebsten fehlt – von Michael Ende, der übrigens leider tot ist und der diese Werbung, die ich hier aus reinster Überzeugung mache, wirklich nicht mehr braucht.

 

*(Ich will hier auf keinen Fall die Heroinsucht verharmlosen. Es ist mir lediglich ein Anliegen mithilfe dieser hoffentlich deutlichen Überspitzung und des Vergleichs die Beklopptheiten des unbedachten Dauerkonsums aufzuzeigen.)

Weihnachtsmüll

Dieser Text ist keine Ebaywerbung, sondern die Weihnachtsedition des Montagsmülls.

 

Weihnachten ist schon wieder vorbei. Das bedeutet vor allem, dass wir uns langsam, aber sicher alle wieder Alltäglichem zuwenden. Ich habe das Fest bei meiner Familie in einem beschaulichen Schwarzwaldstädtchen verbracht und es, da es sich anbot, mit meinem wöchentlichen Ritual kombiniert.

 

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Auf 700 Metern Kleinstadtstrecke gesammelt: Weihnachtsmüll

Am ersten Weihnachtfeiertag, einem Montag, wohlbemerkt, legte ich – zwischen mittäglichem Festgelage und der mir zum Platzen gereichenden Einnahme von Kaffee und Kuchen am Nachmittag – mit meiner Familie einen Spazierweg von mehreren Kilometern zurück.

 

Optimistisch, wie ich es nur in solchen Fällen bin, in denen diese Geisteshaltung fehl am Platze ist, nahm ich einen kleinen Müllsack mit, denn wir gingen zunächst nur durch die, wie ich dachte, verhältnismäßig saubere Innenstadt. Dennoch, oder gerade deshalb war nach einem Bruchteil des Weges, nämlich nach kurzen 700 Metern, mein Müllsack voll.

 

Nach anfänglichem Spott seitens dieser Leute, die sich mir verwandt nennen dürfen, half dann sogar mein kleiner Bruder, und der Freund meiner Schwester stellte fest, dass ihm der viele Müll in der Stadt noch nie aufgefallen war.

 

In weihnachtlicher Stimmung begriffen, verbuchte ich dies als Erfolg, denn vor dem eigenen Handeln erfolgt stets eine Bewusstmachung der bisher übersehenen Missstände, und wenn ich nur das erreicht habe, ist es schließlich besser als nichts.

Da ich in den nächsten Tagen beschäftigt sein werde, wünsche ich allen Lesern meines Mülls schon mal einen guten Rutsch ins neue jahr. Und räumt ja eure Raketen auf – sonst mach ich das. 😉

 

Heute ist Montag, oder nicht?

Ich habe letzte Woche eine neue Rubrik, besser gesagt: überhaupt mal eine Rubrik in meinen Blog eingeführt, nämlich den Montagsmüll. Das ist eine stets montäglich angesetzte Sache, bei der ich, der Name sagt es, Müll sammle. Warum, kannst du im ersten Artikel zum Thema nachlesen. Eigentlich geht es natürlich wieder mal darum, dass Studenten zeigen müssen, was sie für Gutmenschen sind.

 

Sonntag ist, wenn ich nicht raus muss

 

 

So wie gestern. Gestern war bei mir Sonntag, und deshalb sammelte ich keinen Montagsmüll. Das ergibt nur Sinn, wenn man missachtet, dass bei euch vermutlich gestern Montag war. Ich hingegen hatte keine Vorlesung wegen Ausfall, keinen Grund aufzustehen und eben vergessen, dass das ein Montag sein sollte.

Heute war dann plötzlich Dienstag. Das bemerkte ich erneut aufgrund meines Stundenplanes (und diesmal sogar richtig!) und fühlte direkt Reue: Ich hatte den Montagsmüll bereits am ersten geplanten Sammeltermin zu sammeln versäumt. Daraufhin ließ ich mir zunächst zahllose Ausreden einfallen, die nur nichts brachten, musste ich sie ja diesmal nicht mir allein, sondern euch, die ihr diesen Blog lest, auftischen.

 

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Auf hundert Metern Wegesrand gesammelt: ein ganzer Sack Studentenstadtmüll.

So traf ich heute die Entscheidung: Nur ganz, ganz kurz gehe ich noch mal raus und suche im Dreck Dreck, der diesen Namen kaum verdient. Gesagt, getan, fand ich auf einer Strecke, die laut Google Maps – und Google weiß bekanntlich alles – gerade mal hundert Meter misst, in höchstens zehn Minuten den im Bild dargestellten Müll.
Dabei ist noch zu erwähnen, dass sich in näherer Umgebung kein Fastfoodrestaurant befindet sowie dass am Ende dieser Strecke nur Studenten wohnen, und zwar tausend Stück.

Bleibt mir nur zu sagen: Wenn die restlichen Studenten einen solch ekelhaften Umgang mit unserer Umwelt pflegen, so fällt es mir wohl nicht allzu schwer mich als Gutstudent zu fühlen. Genügend Müll, den ich entfernen kann, scheinen meine werten Mitbewohner – nicht alle, aber definitiv zu viele – durchaus zu verschleudern.

 

Mein erstes Mal mit dem MitmachBlog

Da das Thema diese Woche „draußen“ heißt,
habe ich mich hinreißen lassen,
spontan einen Text zu verfassen.

Damit der Mitmachblog zum Mitmachen mitreißt,
muss nämlich auch das Thema passen.
Und es passt – das muss ich euch lassen.

Viel Spaß damit. Und Entschuldigt die schlechten Reime; es kam mir grade so.

[…] Meine Freunde können mir kaum etwas dazu sagen, fürchte ich. Sie sind selten dort. Besonders Erwachsene, mittlerweile aber auch viele Kinder, gruseln sich zunehmend vor dem Draußen, es widert sie an, sie sagen: „Draußen ist es heute eklig.“
Das ist aber nicht wahr. Draußen ist die Bedingung, die meine Kleiderwahl am Morgen einschränkt. Es gibt kein schlechtes Wetter dort draußen, höchstens schlecht gekleidete Menschen […]

über Was ist dieses Draußen? — MitmachBlog

Montagsmüll

Schon fast ein Vierteljahr ist es nun her, dass ich diesen Blog gestartet habe. Ich habe seitdem drei Texte verfasst und gefühlt 27 weitere begonnen, von denen vermutlich niemals einer das Internet erblicken wird. Damit mein Blog nicht so traurig aussieht, werde ich eine Regelmäßigkeit einführen, und zwar montags. Der Montag ist ohnehin der ekligste Tag der Woche, da sind sich wohl alle unfreiwilligen Frühsaufsteher des Westens einig, und nun gibt es noch einen Grund mehr dafür:

 

Schlechte Nachrichten!

 

 

Möglichst jeden Montag werde ich mich ab nächster Woche eine kleine Runde nach draußen in die sogenannte Natur begeben und dort Müll sammeln. Den werde ich dann hier zeigen, vielleicht wiegen, vielleicht im Verhältnis zur Spazierzeit darstellen; so genau habe ich mir das noch nicht überlegt. Ich will den Müll auf jeden Fall korrekt entsorgen, aber nicht ungesehen bleiben bei dieser wahrhaft ritterlichen Aufgabe, die ich mir auferlegt habe. „Warum?“, fragst du?

 

„Ist dir wirklich so langweilig?“

 

 

Nee, leider nicht, sage ich. Ich denke aber, es reicht nicht, wenn wir Müll einfach vermeiden – oder zu vermeiden versuchen, wie realitätsnahe Korinthenkacker das auszudrücken wüssten.

Ich gehe täglich zu Fuß in die Uni. Mein Weg dorthin dauert je nach Zielgebäude zehn bis dreißig Minuten. In dieser Zeit sehe ich täglich so viel Müll am Wegesrand, aber teilweise auch in Wald und Wiese herumliegen, dass ich den Anblick kaum ertragen mag.

Was da draußen rumliegt, wird nicht mehr verrotten, solange wir hier sind. Wir haben schon zu viel Kunststoff in die Welt geworfen. Jetzt können wir nur noch eine verdreckte Umwelt vererben, selbst wenn wir exzessive Müllvermeidung betreiben. Also gehe ich raus, sammel ihn ein, und mache ganz, ganz vielleicht einen winzig kleinen Unterschied.

 

#wasteyourtime oder #Montagsmüll

 

 

Gerne könnt ihr einen komischen Hashtag dazu erfinden und die Sache publik machen. Wenn jeder, der sowieso aus normalem Anstand keinen Müll in die Gegend wirft, auch manchmal welchen aus der Gegend mitnimmt und entsorgt, dann ist allen geholfen. Dass wir zusätzlich trotzdem noch Müll vermeiden sollten, wo es nur geht, und nachhaltiger Konsum der Schlüssel dazu ist, sehe ich als selbstverständlich an. Gute Tipps dazu hat zum Beispiel die Schweizerin Nicole in ihrem Blog einfachnachhaltig, wo sie unter anderem beschreibt, wie man Wegwerfartikel wie Abschminktücher durch selbst gemachte Alternativen ersetzt.

Ich geh dann mal Schutzhandschuhe kaufen – vermutlich, trotzdem ich mir das Gegenteil erhoffe, in Kunststoffverpackung.

„Wer das Geld hat, hat die Macht …

und wer die Macht hat, hat das Recht!“, texteten und grölten bereits 1971 die Ton Steine Scherben Musiker Rio Reiser und R.P.S. Lanrue.

Als ich das zugehörige Lied auf meinem beschwerlichen Fußmarsch zur Arbeit anhörte, musste ich spontan an die aktuelle Folge der ZDF Politsatiresendung Die Anstalt denken. Diese gab den heute bemerkenswert hohen Wahrheitsgehalt des krassen Punktextes preis und zeigte auf, wie unsere gesellschaftliche Realität in Deutschland aussieht, und die ist vor allem eines: ungerecht.

Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer, jeder hat das oft genug gehört. Außerdem sind die Reichen eifrig dabei ihren Reichtum weiterhin zu mehren, zu sichern und das, wer hätte es gedacht, funktioniert hervorragend, weil sie ja reich sind. Dennoch hassen zu viele Menschen lieber pauschal Ausländer, die selbst arm sind, oder wen auch immer. Mit Gregor Gysi:

„Der Blick nach unten und zur Seite ist falsch. Man muss den Mut haben, nach oben zu schauen – zu den großen Privatbanken und den Reichen.“

Also schaut zu den Reichen! Aber seht nicht einfach zu ihnen auf; die Reichsten haben fast alle geerbt. Beschaut sie stattdessen kritisch. Ich empfehle für den Einstieg ins Thema wärmstens eben erwähnte Anstaltfolge. Ich wusste beim ersten Ansehen nicht, ob ich lachen oder weinen soll  – oder doch kotzen.

Nach dem #MeToo: Our Struggle Is Real, Too!

Nachdem alle so genervt auf den Feminismus reagieren: Eine grobe Auflistung von Fakten und Argumenten.

 

Ich bin keine Feministin des harten Kerns, keine Männerhasserin, nein; ich sehe mich vielmehr als Mensch zwischen Menschen und ich sehe Unterschiede, die ich nicht verstehe, zwischen Menschen wie mir und solchen, die einen Penis haben.

 

Aber fangen wir von vorne an. Ich lese regelmäßig im Forum der Zeit Online. Sobald dabei das Thema Sexismus oder gar Feminismus auf dem Speiseplan steht, beginnen mehrere Kommentatoren, die sicherlich mehrheitlich Akademiker sind – wer sonst hat so viel Zeit für Zeit und hinterlässt dort lange Kommentare? – , sich darüber verbal zu erbrechen, denn sie fühlen sich als Männer in unserer Gesellschaft diskriminiert. Das schreiben sie unter Artikel, die davon handeln, dass Frauen in unserer Gesellschaft faktisch belegbar benachteiligt sind. Ich möchte diesen Männern nicht absprechen, ebenfalls zu jammern, wie scheiße das alles ist (sie haben sicher auch recht), nur bitte sollen sie nicht daraus schließen, dass es den Frauen daher automatisch besser gehen muss als ihnen. Die Sexismusdebatte ist (für mich) kein Wir gegen Die. Wenn ihr, werte Männer, ebenfalls Diskriminierungen und Benachteiligungen aufgrund eures Geschlechts wahrnehmt, dann lasst uns das gemeinsam als Antisexisten klären. Aber sprecht nicht den Frauen ab, Opfer dieses post-patriarchalen Systems zu sein – und womöglich größere Opfer als ihr. (Das ist übrigens die Opferfrauen-Doktrin-Kommandozentrale hier. Diesen Begriff und viele weitere findet ihr bei geschlechterallerlei, wo wohl ebenfalls einigen die Frauenquote sauer aufstößt.)

 

Der Feminismus ist ein ätzender Schwamm

 

Versteht mich nicht falsch: Auch ich wünsche mir, die genderdiskutierfreudigen Berliner Studenten wären in der Lage ihre Botschaften in verständlicher deutscher Sprache rüberzubringen und ihrem Gegenüber in einer Diskussion zuzuhören. Tatsächlich hat man ja das Gefühl, sie legen viel Wert darauf, dass man ihre Ansichten in der Mitte der Gesellschaft nicht versteht, geschweige denn anerkennt. Aber der Feminismus ist nicht nur diese Leute. Feminismus ist ein ätzender Sammelbegriff, ein Schwamm: Er saugt jede These auf, die man in seine Nähe stellt, und wenn Zeitungen ihn allzu oft auf ihre Titelseite packen, dann werden sie nass – und unleserlich.

 

Tatsächlich möchte ich hier ausschließlich gegenargumentieren, nachdem ich viele Artikel und viele Kommentare gelesen habe von Leuten, die die Diskriminierung von Frauen so gekonnt zu leugnen wissen wie Donald Trump den Klimawandel.

 

Da ist zuallererst ein wahnsinnig polemisches Beispiel, das ich als Kommentar eines Artikels fand, der an Opfer sexueller Gewalt gerichtet war. Der Artikel sagte aus, dass diese Opfer stark sein müssten und sich direkt wehren können sollten. Ohne jeglichen inhaltlichen Zusammenhang schrieb sich dazu ein Kommentator seinen Frust vom Leib:

 

„Alles dürfen, immer recht haben, nie Schuld haben. Millenialfrau sein ist schön. Wissen sie was – wenn ich bei mir im Unternehmen so eine Einstellung vorfinde – bei Frauen mehr als bei Männern, stelle ich doch lieber wieder mehr Männer ein.

Wie ist denn mittlerweile die Quote in der Redaktion der Zeit? Gefühlte 70% weiblich?“

– Anonym

(Anbei: wie groß ist die Quote? Ich finde nirgends etwas darüber, aber gerade der Zeit traue ich diesbezüglich Transparenz zu. Wer weitere Informationen findet: Ich wäre dankbar.)

 

 

Hysterie auf allen Seiten – oder fangen wir an

uns gegenseitig ernst zu nehmen?

 

Wir Frauen des 21. Jahrhunderts, wir haben es wohl schon zu leicht, man muss es uns schwerer machen. Ich lasse das erst mal so stehen, ich darf nämlich alles außer angesichts solcher Aussagen mich empören, denn das wirkt hysterisch. Mich mit dem Pseudoargument der Hysterie mundtot zu machen ist leider immer noch in Mode, denn dann muss man sich nicht mit Fakten befassen, die Deutschlands sexistische Realität widerspiegeln.

 

Neben diesem besonders anschaulichen Beispiel findet man häufig das Gegenargument der Diskriminierung, die Männer durch den Staat erfahren, wenn unsere Gesetzgebung Frauen mittels Quoten bevorzugt. Es ist, so formuliert es die deutsche Gesetzgebung, positive Diskriminierung, die nur der Symptomlinderung der tatsächlichen Diskriminierung der Frauen dienen darf. Sobald diese ursprüngliche Diskriminierung also abgeschafft wäre, wäre ebenfalls eine Frauenquote unzulässig und eine Bevorzugung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts illegal. Auch mir wäre hier natürlich eine Ursachenbekämpfung lieber; wie diese allerdings aussehen soll, da sind Politiker wie Wissenschaftler ratlos: Man kann ja schlecht alle Kinder zwangserziehen und jegliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Individuen einebnen. Die Feminismusgegner des Zeit Forums haben in der Hinsicht leider auch keine konstruktiven Vorschläge. Mein konstruktiver Vorschlag ist: Lasst mehr Individualität zu, urteilt nicht über Andere. Dann kann irgendwann jeder seine Identität und sein Geschlecht ausüben, wie es ihm beliebt.

 

Ein weiteres Argument, das häufig angeführt wird, kann man dem Bundesgesetzbuch entnehmen:

 

„Vater eines Kindes ist der Mann,

1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.“

(BGB, §1592)

 

Der unvollständigen Wiedergabe dieses Gesetzes folgt dann, dass man als Mann nicht einmal berechtigt ist einen Vaterschaftstest anzufordern. Wenn man allerdings in seiner Ehe und Familie mit solchen Problemen konfrontiert ist, ist meines Erachtens das Glück der Betroffenen ohnehin dahin und man kann sich getrost scheiden lassen. Dann ist es auch mit besonders großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr sein Kind: 85% aller Alleinerziehenden in Deutschland sind Frauen.

 

Und das ist erst ein Bruchteil der ersten Seite einer riesigen Arschkarte, die frau in Deutschland zuteil wird: Frauen verdienen im Schnitt sechs Prozent weniger Gehalt für genau dieselbe Arbeit. Genau sechs Prozent sind auch der Anteil der Männer an den Opfern sexueller Gewalt in Deutschland. Bleiben also 94% Frauen übrig. Zufall? Es sind übrigens etwa 51% der deutschen Bevölkerung Frauen. Dass man mit stark erhöhter Wahrscheinlichkeit Opfer von sexueller Gewalt wird, hängt vom weiblichen Geschlecht ab, nicht aber von Alter, Herkunft oder Bildung. Man könnte folgern, es hängt ausschließlich davon ab, dass man zwei statt nur eines Loches zwischen den Beinen hat. Vermutlich treffen die Vergewaltiger dann einfach besser und das Ganze ist wieder biologisch auf die aufreizende Anatomie der Frau zurückzuführen. Welch ein Unsinn! Häufig jedoch treffe ich genau solche, wenn auch weniger absurd begründete, Argumentationsweisen an: Die Frau sei selbst schuld, wenn sie den Trieb des Mannes weckt. Dass der Mensch sich durch die Fähigkeit zu denken vom Tier unterscheidet, wird dabei gekonnt ignoriert. Ich finde meine Begründung fast besser.

 

Nur neun Prozent der Bürgermeister in Deutschland sind Frauen. Frauen sind in politischen Ämtern unterrepräsentiert. Wer setzt sich also für sie ein? Empathische Männer? Frauen sind, so wurde es in den Achtzigern behauptet, empathischer als Männer, wobei dieser Unterschied durch kulturell bedingt, also anerzogen ist.

Alles, was cool ist oder Erfolg verspricht

 

Ich studiere am KIT, einer renommierten Univerität Baden-Württembergs. KIT steht für Karlsruher Institut für Technologie und wer hier seinen Bachelor of Science macht, der hat gute Job- und Gehaltsaussichten. Auch wenn ich möglicherweise einmal weniger verdienen werde als meine männlichen Kollegen, die genau dasselbe gelernt haben. An meiner Uni gibt es aber insgesamt nicht mal dreißig Prozent Frauen, im zukunftsfähigsten Zweig (behaupte ich mal: Informatik und Elektrotechnik) sind es allerdings gerade mal zehn Prozent.

 

Frauen sind in allem, was cool ist oder Erfolg verspricht, unterrepräsentiert. Bei Rock im Park 2016 waren lediglich sieben Prozent aller auftretenden Künstler weiblich. Ich sehe hier den möglichen Zusammenhang, dass Rockmusik als hart dargestellt wird, während Frauen weich sein sollen.
Einzig das hohe Amt der Sprechstundenhilfe, ohne deren Arbeit wir alle beim nächsten Arztbesuch blöd gucken würden, wird zu 99% von Frauen belegt. Ja! Sieg! Diesen Bereich haben wir Frauen erfolgreich übernommen! Oh, wait… der ist ja scheiße. Scheiße bezahlt nämlich. Zudem haben Sprechstundenhilfen und Krankenpflegepersonal vermehrt mit sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz ausgehend sowohl von Patienten als auch von Ärzten zu kämpfen, einen Bericht dazu hat monjaschuenemann hier veröffentlicht.

 

Zuletzt noch eine einfache Messmethode: Man besehe sich die fünfzig reichsten Deutschen, und stelle fest: gerade mal sechzehn Prozent davon sind Frauen. Fraglich ist hierbei, wie viele dieser reichsten Frauen Deutschlands ihr Vermögen von ihrem reichen Vater geerbt haben; Platz 1 ist nämlich genau mit einer solchen Dame belegt. Die nächste ist ihre Mutter, die nun große Teile des Vermögens ihres Mannes besitzt. Darauf folgt die Tochter des ALDI-Gründers Karl Albrecht, daraufhin eine Frau, die zwanzig Prozent des Familienvermögens besitzt – und ihr Sohn den Rest. Es folgen weitere Beispiele derselben Art. Schnell wird deutlich: zu den Reichsten gehörst du als Frau in Deutschland nur, wenn ein Mann etwas gründet, und du dir den Mann schnappst.

In dem Sinne bleibt mir nur noch zu sagen: Viel Erfolg beim weiteren Leugnen der Notwendigkeit dieser Sexismusdebatte.

 

 

 

(Die Daten zur Recherche dieses Artikels sind aktuell (2017) bis leicht veraltet (2015). Auf eine Kennzeichnung im Text habe ich verzichtet, da die beschriebenen Missstände von derartigem Ausmaß sind, dass sie sicherlich noch nicht weitgehend behoben werden konnten.)

GNS* – Mein Coming Out

Es steht nicht gut um die deutsche Sprache. Die Mehrheit der nicht zu belächelnden Masse an AfD-Sympathisanten kann weder lesen noch schreiben, zumindest legen ihre Facebook-Einträge das nahe; alle Jugendlichen, die auf dieser Plattform unterwegs sind – also alle – sind dem unsäglichen VONG-Trend anheim gefallen. Mittendrin stehe ich. Ich trage schwarz. Ich trauere um die deutsche Sprache.

 

Szenenwechsel: Auf einer Terrasse in meinem Wohnheim steht eine Couch. Man sieht ihr an, dass sie nicht neu sein kann; sie trägt einen Spruch, den einmal jemand mit schwarzem Stift hingeschmiert hat: „Studieren ist wie arbeitslos sein nur das die Eltern stolz sind.“
Dieser Aussage kann ich nun nur zustimmen, sie besitzt auch einen gewissen Humor, leider ist sie aber nun falsch geschrieben. Das fand vor mir offenbar noch niemand schlimm, ich jedoch, die ich bereits das Kotzen kriege, wenn mir einer sagt, er sei der ‚einzigste‘, ich schritt daraufhin in den nächsten Schreibwarenladen und besorgte mir einen roten Permanentmarker. Dieser Kauf war mein Outing als „grammar nazi“ – so wenig mich die Verwendung nutzensarmer englischer Begriffe erfreut – und zugleich seitdem sehr nützlich, sieht man doch immer wieder „Ronny’´s Kneipe“ und weitere Apostrophlokale, die auf ihren Schildern ab und an sogar „vegitarisches und weganes Essen“ anbieten. Mit meinem Stift kämpfe ich gegen diese orthografischen und grammatikalischen Missstände und auch gegen Fehler in der Interpunktion.

 

Wissenschaftliche Klugscheißer und ihr Dialekt

 

Ich bin also ein Klugscheißer. Das bedeutet auch, dass ich an der Universität gut aufgehoben sein sollte, denn jeder arbeitet an der Uni als Klugscheißer. Man nennt das dann wissenschafltiches Arbeiten, die tatsächlichen Berufsbezeichnungen lauten unter anderem Wissenschaftler, Professor oder Ingenieur. Trotzdem geben meine Dozenten mir immer wieder das Gefühl, die Hälfte ihrer Schulbildung sei umsonst gewesen. Ein besonders amüsantes Beispiel hierfür blieb mir aus einer Klausur in Erinnerung. Aufgabe war es, zu entscheiden, welche der nachfolgenden Sätze richtig oder falsch seien – sie waren natürlich beide falsch, falsch geschrieben nämlich.

 

Die Intelligenz dieser Leute, die in der Uni-Hierarchie alle weit über mir stehen, scheint mir ausreichend um zumindest ihre eigene Unfähigkeit zu erkennen. Dennoch sprechen sie gekonnt Dialekt und schreiben falsch: Es leiden darunter die Lesbar- und Verständlichkeit und darunter wiederum in- wie ausländische Studierende.
Macht aber nichts, Baden-Württemberg wirbt schließlich immer noch damit, dass wir hier alles können, nur eben kein Hochdeutsch. Laut einer Studie der Universität Hohenheim ist dieser von allen Bundesländer-Slogans der beliebteste. Erstens, weil man darüber lachen kann (wenn man nicht weinen muss), und zweitens, weil die Konkurrenz mit Sprüchen wie „Niedersachsen. Klar.“ die Inhaltslosigkeit auf die Spitze treibt. Abgesehen davon sagen über achtzig Prozent, Baden-Württembergs Slogan sei repräsentativ, und sie lügen nicht.

 

„Aber das ist doch unsere Identität!“

 

Relativierend lässt sich hier nun einwerfen, dass Dialekt und (andere) Fremdsprachen eine tolle Sache sind, aber Lesen ermöglicht nun einmal den Zugang zu Bildung. Wenn man außerdem seine nächste Bewerbung erhört wissen will, so empfiehlt es sich auch den beigelegten Text oder die E-Mail strukturiert und fehlerfrei zu schreiben. Dass Microsofts Textprogramm Word Texte auf Rechtschreibung und Grammatik testet und Fehler gegebenenfalls korrigiert, ist klar, dass selbst Denken trotzdem unverzichtbar ist, meines Erachtens ebenfalls.

 

Um diese Überprüfung eigener Texte zu meistern, ist es zunächst sinnvoll, dass man in der Schule und aus Büchern schreiben lernt. Alle anderen Medien sind in der Hinsicht leider keine guten Quellen: Ich habe neulich mit Kommilitonen zusammengearbeitet, deren Kommasetzung sich an die obskure Kommasetzung der „Made My Day„-Beiträge – natürlich auf Facebook – angepasst hatte.

 

Ein Blick in die Grundschule

 

Wie lernt man aber in der Schule Deutsch? Auch meinem Bruder habe ich diese Frage gestellt. Er besucht wie für einen Neunjährigen üblich die dritte Klasse und gibt daher immer noch die besten und ehrlichsten Antworten: „Die Frau sagt immer tut! Sie kann gar nicht richtig reden.“ Das ist für eine Lehrerin im Fach Deutsch durchaus ungewöhnlich, meine konnten alle richtig sprechen – dazu gehört im Übrigen auch die Kunst der Konjugation aller Verben –, schlimmer ist aber, was ich später erfahre: Die Lehrerin gibt zu gute Noten, sie findet bei der Korrektur der Diktate gerade einmal Bruchteile aller Fehler, Aufsätze werden nach Rechtschreibfehlern gar nicht untersucht. Zusätzlich (oder vielmehr abzüglich) müssen die Kinder ihre Fehler nicht einmal verbessern. Man kann vermuten, dass die Lehrerin das alles aus Bequemlichkeit unterlässt, sicher ist aber, dass der Lerneffekt ausbleibt.

 

Meine eigenen Lehrer waren wie erwähnt nicht unfähig, richtig Deutsch gelernt habe ich in diesem Fach trotzdem nie. Die komplexe Grammatik unserer Sprache blieb mir fremd, bis ich die lateinische lernen durfte, die wohl noch vielfältiger ist. Was ich ausdrücken will: Lesen und schreiben habe ich durch Bücher gelernt, Sätze erläutern und überprüfen aber erst im Lateinunterricht.

 

Dystopie der deutschen Sprache

 

Wenn es aber nun in unserem Bildungssystem (immer noch Baden-Württemberg, das Land mit dem oh-so-guten Abitur) allen so ergeht, dass deutsch irgendwie einfach fehlt, dann verwundert es nur wenig, dass auch die Deutschlehrer sich nicht zu scheren scheinen um Satzbau, um Fehler und vor allem um deren künftige Vermeidung; dann werden diese Lehrer zum Versager im eigenen Fach und, wenn dem nicht  entgegengewirkt wird, zum Beginn einer Abwärtsspirale der deutschen Sprache, an deren Ende dann ein Haufen vereinfachte Sprachklöße, wie man sie zuhauf im Englischen findet, steht.

 

Warum nicht?, fragen nun nicht Wenige. Weil deutsch komplex ist, ist es schön; diese Sprache langweilt nicht. Man kann optimalerweise alle gewünschten Aspekte eines Gedankenganges in einem einzigen, langen Hauptsatz zum Ausdruck bringen. Oder aber man trennt sie, wenn man will, in viele kleine – das ist auch direkt lebendiger zu lesen – Sätze, von denen manche sicherlich auch Nebensätze sind.

 

Veränderung ist nicht zwangsläufig etwas Schlechtes

Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass Veränderung immer Teil der deutschen Sprache war. Man denke nur an die „Gedankenstriche“, die ich gerne und häufig verwende und manchmal – selten – sinnvoll einsetze. Leider habe ich nichts über deren Herkunft und Alter herausfinden können, über Links zum Thema freue ich mich!

 

Möglicherweise bin ich in sprachlicher Hinsicht ultra-konservativ. Auch die Nazis zur Hitlerzeit hatten sich die Erhaltung der deutschen Sprache ja auf die Fahne geschrieben, sodass viel Kultur und dichterische Freiheit der Zensur zum Opfer gefallen ist, weil man sie nicht für deutsch genug hielt; es geht mir, so will ich noch einmal ausdrücklich betonen, nicht ums Deutsche an sich, nicht um Identität, nicht um die „Sprache meines Vaterlandes“ – die wäre ja Ostdeutsch – sondern: Ich möchte die Kunst der korrekten Artikulation loben und weiterhin ausüben können.

 

Verdummung ist zwangsläufig etwas Schlechtes

 

Häufig jedoch, und die Seite ze.tt, Tochter von Zeit Online, feiert, ja sie lobt es gar als sprachliche Diversität, kommunizieren viele meiner Gleichaltrigen hauptsächlich mit Phrasen wie beispielsweise „halo i bims 1 humorloser un umkreativer Drottel“, was ja immerhin in der Aussage korrekt wäre, und besehen mich dann seltsam, wenn ich etwas als hanebüchen abtu, da sie dieses Wort und so viele andere nicht kennen. Sie schaufeln ihnen eben damit ein Grab. Das Begräbnis findet um der Simplifizierung willen statt.

 

Veränderung sollte also immer gründlich geprüft sein, wenn man nicht Rückschritte als Fortschritt bezeichnen möchte. So bin ich lieber sprachlich konservativ als politisch, und sage mir: Grammar Nazi sein ist wie Nazi sein, nur dass die Eltern stolz sind.

 

 

*GNS bedeutet grammar nazi shit und stellt eine eigene Rubrik in diesem Blog dar. Darunter fallen sowohl ausführliche Artikel ausgewogener Aufregung meinerseits als auch Postings von Fotos besonders blöder Fehler anderer.