Der schlimmste Müll: Mein heutiger Fund

Letzte Woche war ich verkatert – ja, die ganze Woche – und daher nicht imstande den Müll zu sammeln und zu entsorgen, wie ich es vorhatte. Das tut mir Leid.

Auch heute scheint es, als müsste ich nicht raus gehen, sondern lediglich meinen Wohnort als Suchbegriff in den Reader eingeben und ganz, ganz lange scrollen. Schon zeigt sich mir der schlimmste Müll, den unser Land zu bieten hat, und das ist ein Holocaustleugner, der auch noch Zustimmung im Internet bekommt. Einen Auszug kriegt ihr hier:

Erfrischend anders an dem Beitrag ist, dass Hitler nicht wie üblich, die Horror-Lüge vom sogenannten Holocaust unterstellt wird. […]

über Globalismus vs Nationalsozialismus — Viel Spass im System

Den Rest erspare ich euch. Es wird Hitler, kurz gefasst, unterstellt, dass er links war; als rechts gilt, dass Schwarze Weiße heiraten dürfen – bitte was? Insgesamt ergibt der Text überhaupt keinen Sinn, was ja normal ist bei derartigen Verschwörungstheorien.

Eigentlich sollte ich wohl den gepflegten Dialog mit dem Autor suchen, nachdem ich heute bereits Seppos nazisatirischen Text „Die echte Wahrheit“ rügte und ihm vorhielt, er mache sich nur über besorgte Bürger lustig und fördere damit die gesamtgesellschafltiche Spaltung. Jetzt lese ich seinen Text gerade nochmal, und in vielen Punkten stimmt diese Übertreibung leider mit den Inhalten des Blogs „Viel Spass im System“ überein. Ich muss zugeben: Hier ist bereits Hopfen und Malz, und somit alles, was die toitsche Togent ausmacht, verloren.

Ich bin recht sprachlos angesichts dieses Funds und würde gern etwas dagegen tun, denn meines Wissens und auch nach dem Wissensstand des Blogbetreibers von „Viel Spass im System“ ist Holocaustleugnen auch im Internet strafbar. Wer juristisch informiert ist, was man dagegen tun kann: Immer her damit! Außerdem stelle ich mir die Frage, ob WordPress selbst auch Richtlinien hat, die dies regeln, finde aber nichts dazu. Vielleicht bin ich zu blöd zum Googlen. Jedenfalls bin ich froh, wenn ihr mir weiterhelft.

Damit ich auch diesen Montagsmüll umweltgerecht entsorgen kann.

5 Kommentare zu „Der schlimmste Müll: Mein heutiger Fund

    1. Das NetzDG gibts ja erst seit letztem Jahr; strafbar ist dieses Leugnen aber schon länger und das auch, wenn die Äußerung im Internet geschah (zumal das sein eigener Blog ist; da ist man schon für den Inhalt verantwortlich, aber das ist nun wieder das mit der Moral und damit leider nicht gleichzusetzen mit Recht). Hier nochmal der von mir verlinkte Fall (2015) dazu: http://www.mittelbayerische.de/region/cham/gemeinden/cham/holocaustleugnung-im-netz-wurde-teuer-22798-art1270097.html

      Viele Grüße
      kolumnalpolitik

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  1. Soweit ich weiß, sitzt WordPress in den USA, wo einiges erlaubt ist, was wir hier nicht mögen. Ferner lassen sie zu, daß auch ich ohne Impressum im Netz verbreite, worauf ich Lust habe. Und zeigen mir ab und an schöne Brüste und mehr. Gründe genug, keine schlafenden Justizminister zu wecken. Aber das Paradoxon ist philosophisch ganz interessant: Inwieweit darf, soll und muss eine Gesellschaft, die sich, unter anderem über größtmögliche Freiheit des Ausdrucks definiert, Ausdrücke unterdrücken, die sich gegen ebendiesen Freiheitsdrang richten?

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    1. Der verlinkte Artikel beinhaltet folgendes Szenario: Ein Mann, der auf facebook eine Seite/einen Text ähnlichen Inhalts geteilt hat, wobei der Text angeblich aus den USA stammte, wurde in Bayern der Volksverhetzung schuldig gesprochen. Deswegen wundert es mich schon: der Fall ist diesem hier nicht unähnlich.

      Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass das egal ist, solange man eine .com-Domain hat (bei .de ist, glaube ich, sogar das Impressum verpflichtend, aber nagel mich nicht drauf fest 😉 )

      Ich bin ja an sich auch froh, anonym bloggen zu dürfen. [ABER DER DARF DAS NICHT!, schreit meine Selbstgerechtigkeit.] Sobald menschenverachtende oder eben gesetzeswidrige Äußerdungen dabei sind, sollte das aber ja eigentlich nicht mehr gehen.

      Zur ethischen Fragestellung nach der Freiheit: Die Freiheit des Einzelnen sollte meiner Meinung nach unbegrenzt sein, solange
      a) niemand sonst Schaden am freiheitlichen Verhalten des Anderen nimmt und
      b) alle sich so verhalten könnten, ohne dass jemand darunter leidet.
      Das diese Grundsätze, denen ich zu folgen versuche, leider unser System in sich zusammen stürzen ließen, wird das wohl so nicht in unsere Rechtsprechung aufgenommen. Es ist häufig auch wirklich schwierig, die genauen Umstände (wer schadet wem wodurch?) aufzuklären, andererseits: Wer nicht wagt (oder es zumindest versucht), der nicht gewinnt. Die Schwierigkeit Einbrüche aufzuklären hat auch noch keinen dazu bewogen, Einbrüche zu legalisieren, von dem her war das eher ein Pseudogegenargument.

      Die Freiheitlichkeit der Amerikaner finde ich außerdem insgesamt befremdlich, was sich besonders an ihrem staatlichen Umgang mit Waffen zeigt: Allein, dass sie sich wieder und wieder über ihre Waffentoten wundern, die man sonst nirgends, wo nicht gerade Krieg ist, so zahlreich findet, ist, gelinde gesagt, ziemlich blöde.

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      1. Ich freue mich über Deinen Idealismus und oute mich als Sophist: Strafbar ist alles, was man wirksam ahnden kann. Wenn nicht, dann nicht. Ein Einbruch ist also exakt so lange Illegal, wie unser Justizsystem das arme Land, in welches sich der Einbrecher geflüchtet hat, dazu zwingen kann, diesen zu Verfolgen und alle Beteiligten das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Aktion gegeben sehen.
        Wenn also hier was illegales zu lesen ist, müsstest Du zum Staatsanwalt, dieser via Außenministerium zum Justizministerium der USA, welche sich gegebenenfalls dazu herablässt, sich darum zu bemühen, vom Anbieter die IP-Adresse des Straftäters herauszurücken. Eine Auseinandersetzung, bei der ich Dir ganz viel Erfolg wünsche. Während die Mühlen langsam malen, könnte man sich zum Vergnügen mit der Frage nach Recht zwischen Bürgern und solchem zwischen Staaten auseinandersetzen, welche sich als Rechtsstifter meines Erachtens nach keinem Recht unterwerfen können. Neben allen klassischen Problemen mischen hier das Internet und andere neue, technische Möglichkeiten der Freizügigkeit über Staatengrenzen hinweg, die Diskussion ganz schön auf.
        Zur Sache möchte ich weiter vor zu viel Idealismus warnen. Denn was ich so mitgekriegt habe, scheinen Freiheitsfeinde klug genug gewesen zu sein, sich lange bedeckt zu halten. In jüngerer Zeit wiederum scheinen sie mir weniger eigenen Müll zu produzieren, als vielmehr die idealistischen Gegenpositionen auf Widersprüche abzuklopfen und es sich in Verteidigungsstellungen bequem zu machen. Ich meine, einmal bei Clausewitz gelesen zu haben, für einen Frontalangriff benötige man achtfache Übermacht.

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