Wie mein Geburtstag die Welt rettet

Das ist die postgeburtstägliche Variante des Montagsmülls. Eigentlich wollte ich nur mal wieder nicht raus gehen.

 

Vergangene Woche habe ich meinen Geburtstag feiern dürfen. Da die Geschenke in diesem Jahr nicht nur gewohnt super, sondern auch gutmenschengeeignet ausgefallen sind, möchte ich euch gern daran teilhaben lassen. Damit wir nicht uns beschenken, indem wir die Erde beklauen.

 

Viel Geschenk, wenig Verpackung

 

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Zu viel Geschenk, zu wenig Bock: Alles in eine Kiste geschmissen sieht auch gut aus.

Man kann Geschenke toll verpacken und ich finde, man sollte das auch tun. Krasse Ökovarianten wie Packpapier oder alte Zeitung können was hermachen, wenn man sich geschickt anstellt. Wer dazu keine Lust hat oder zu viele Geschenke um alle einzeln einzutüten, der kann sich mit Geschenkkartons behilflich sein. Die kann der Beschenkte, in diesem Fall ich, wieder- oder weiterverwenden oder zurückgeben. Auch das Geschenkpapier, das ich bekommen habe, habe ich natürlich gefaltet und bewahre es nun sorgsam auf.

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Selbst gemachte Nudeln, getrocknet und im Glas

Auch einzelne Geschenke sind häufig schon in Karton oder Plastik vorverpackt. Diese lassen sich dann besser nochmal schön verpacken, viel Sinn ergibt das allerdings nicht. Dagegen hilft: Unverpackt einkaufen oder gleich selbst machen. Auch aus diesen Rubriken wurde ich reich beschenkt: Meine beste Freundin hat nicht nur Pesto, sondern direkt noch Nudeln dazu hergestellt und alles in Gläsern abgepackt. Besonders erfreulich ist für mich, dass ich die Gläser, wenn ich sie leer habe, weiterhin zum Einmachen oder Einkaufen nutzen kann. Auch einfache Backmischungen und „Fertiggerichte“ lassen sich übrigens so wie hier selbst herstellen und in Gläsern verschenken.

 

 

 

Zuletzt habe ich mir Unverpacktes auch selbst geschenkt: Im veganfreundlichen Kosmetikgeschäft Lush dachte ich mir, ich könnte mir mal was Gutes tun, denn meine Kopfhaut ist derzeit ein wenig gereizt von erst zu viel, dann angeblich zu wenig Zuneigung und Pflege. Um da mal wieder ein Gleichgewicht reinzubringen, habe ich mir dann ein festes Shampoo mit Ringelblume gekauft. Sicher kostet das mehr als jedes Shampoo sonst, aber es ist mein fucking birthday – das kann man sich mal gönnen.

 

 

Gebraucht, Erlebt, Gleich weg

 

Gebrauchtes ist immer eine gute Alternative zu Neuem. Besonders, wenn man gern und häufig Bücher geschenkt bekommt. Ich habe seit meinem Geburtstag fünf neue Bücher, wobei nur eines davon tatsächlich neu ist – und dann auch noch so neu, dass man es gebraucht gar nirgends findet.

 

Schön sind außerdem Geschenke, die nicht so materiell daherkommen. Nicht, weil sie umsonst waren (schön wär’s!), sondern, weil man sie nicht anfassen kann. Man kann sie nur erleben. Im besten Fall mit der Person, die man am meisten mag, zur Not auch mit der Person, die es geschenkt hat. Bei mir ist das dieselbe Person, und ich danke meinem Freund sehr herzlich, dass er es auf sich nimmt, mit mir ins Staatstheater zu gehen. Wir werden uns Händels Semele geben, und ich freu mich enorm drauf!

 

Ebenfalls wenig materiell, da nur kurzzeitig vorhanden, ist ein Geschenk, das wohl nicht in allen Kreisen so gut ankommt. Ich habe trotzdem mehrere bekommen. Die Rede ist von Joints. Haschischzigaretten, Tüten oder wie ihr sie nennen mögt, haben meinen Geburtstag bereichert und mich nach einem schlimmen, wenn auch lustigen Alkoholrausch, der zweifelsohne dazugehört, wiederbelebt. Wer kifft, ist friedlicher und weniger verkatert als der Trinker, das habe ich wieder einmal herausgefunden*. Ich danke dafür dem Strauch Cannabis sowie meinen Versorgern. Und wenn der Joint weg ist, dann ist Verpackung wie Inhalt des Geschenks inhaliert und weg. Die Müllbilanz ist also toll! (Vorsicht bei Aktivkohlefiltern: Die kann man zwar wiederverwenden, aber die Entsorgung ist unschöner als beim Papiertip.)

 

 

Das Kurioseste

 

Das seltsamste Geschenk aber haben mir ein paar Kumpel gemacht. Sie nennen mich häufig T-Rex, denn die Reichweite meiner Arme ist gering. Also habe ich eine Greifhilfe, eine Zange mit langem Stiel, bekommen. Die benutzt man häufig zum Müllaufsammeln. Besagte Freunde kennen zwar weder meinen Blog noch mein recht neues Hobby an Montagen, aber sie haben mir ein gutes Werkzeug dafür geschenkt. Ab nächstem Montag werde ich also mit der orangen Zange umhergehen, Müll vom Boden aufsammeln und dabei einmal mehr aussehen, als hätte ich Sozialstunden abzuarbeiten.

 

DANKE

Insgesamt möchte ich wohl nur Danke sagen in diesem Beitrag. Ich habe mich mehr gefreut, als ich es hätte zeigen können. Ich habe nur nützliche, schöne, einfallsreiche Geschenke bekommen. Und nun sag ich das meiner Familie und meinen Freunden auf diesem Blog. Sie kennen den größtenteils nicht, denn die Inhalte würden meine Bekannten verunsichern. Trotzdem gibt es für so viel Lob bestimmt gutes Karma.

*Trotzdem warne ich ausdrücklich vor Mischkonsum. Auch sonst ist das hier keine Werbung, weder für Drogen, noch für Lushprodukte. Ich schreibe bisher noch aus freiem Willen und für Menschen, die selbst denken können.

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Eulen schlau, Menschen doof

Mein heutiger Müllspaziergang hat mein bisheriges Feindbild gestärkt: KSC-Fans und Fastfoodfresser. Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten.

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Handschuh, mit dem ich nach zwei Regentagen Müll sammelte. Seine Naht scheint zu lächeln, aber eigentlich weint er.

Draußen ist es schon wieder dunkel, kalt, neblig und grau. Ich habe den gesamten Tag der Prokrastination gewidmet, der Himmel hat den ganzen Tag geweint. Bei Regen kann ich nicht lernen. Raus gehen und Müll sammeln erst recht nicht.

Trotzdem beschreite ich die dunkle Allee, deren Saum scheinbar tote Bäume schmücken. Sie sind völlig kahl. Ich sehe trotzdem nichts, denn der Mond scheint nicht. Aber ich höre etwas: einen schrecklichen Eulenruf, gerade so, als ob ein Mensch versuchen würde, das Hu-Huu des edlen Nachtvogels zu imitieren.

Schisser, wie ich einer bin, gehe ich also langsam nur weiter und starre dabei angestrengt zwischen die Bäume ins Dickicht. „Als ob da bei dem Wetter jemand kauert, um dich zu überfallen“, denke ich mir noch und fahre zusammen: Das Eulengeräusche ist jetzt ganz nah. Ich blicke auf und sehe die Silhouette eines kleinen, aber recht dicken Käuzchens. Er ruft mir weiter zu, wir reden also ein bisschen. Ich spreche gern mit Tieren, auch wenn ich sie sicher häufig missverstehe. Ich glaube, der Kauz dankt für mein Bestreben, seine Lebensgrundlage zu erhalten. In dieser Hinsicht sind die Käuze den Menschen sicher weit voraus.

Menschen treffe ich keine auf meinem Weg. Ihre Hinterlassenschaften hingegen schon.

 

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Den Becher habe ich meiner Flurgemeinschaft gespendet. Für BurgerKing-Müll findet niemand Verwendung. Gesamtweg für diesen Sack voll Müll: 1,5 km.

Man erkennt am Wegesrand schon, dass vergangenes Wochenende ein KSC-Spiel stattfand: Bierbecher (aus dem Stadion, vermutlich 1€ Pfand) und Bierdosen (Pfand: 0,25€) lagern hier. Außerdem sehe ich auf einem Parklplatz ein gesamtes Burgerkingmenü – oder was davon übrig ist. Mich fasst hier eine Wut, die sich nicht richtig erklären lässt. Es ist eine Wut auf Leute, die ich nicht kenne und nicht kennen will: Fußballfans und Fastfoodfresser, die ihren Müll gedankenlos hinter sich werfen. Aber wie kann man schaffen, dass sie das lassen, wenn man nicht einmal mehr eine Person kennt, die sich so verhält? 

 

Das ist eine Frage, die sich elitäre Idealisten fernab der Realität häufig stellen. Habt ihr schon eine Antwort darauf? Dann schreibt sie mir in die Kommentare, ich freue mich über alles.

Zwischen Müll und Märchen: Ein Ausflug in den Zauberwald

Einen gemütlichen Spaziergang habe ich heute hinter mir. Vom Nachmittag bis zu Dämmerung – also winterswegen gerade mal 45 Minuten lang – beschritt ich den Laubwald im Winterschlaf. Die Bäume haben längst mit ihren Blättern den Boden zugedeckt. Es war kalt und ruhig und schön draußen.

 

Schön? Ja, tatsächlich. Ich habe heute kaum Müll gefunden, gerade mal ein Bodensatz füllt die Mülltüte, die sonst schon nach einem Bruchteil des zurückgelegten Weges überquillt vor Abfall. Wenn ich heute Müll gefunden habe, dann hauptsächlich neben Sitzbänken ohne Mülleimer.

 

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Weiße Ahornblätter im Buchenlaub

Auf den kleinen Waldwegen hielt ich dennoch aufmerksam die Augen offen. Da spielte die Natur mir Streiche: Zu völliger Farblosigkeit verblichene Ahornblätter reflektierten viel mehr Licht als ihre roten Verwandten, die Blätter der Buche. Da die Buche aber viel häufiger in diesem Wäldchen vorhanden ist, blitzten die Ahornbätter nur so hervor.

 

Häufig ging ich dann hin um diese vermeintlichen Papiere und Folien zu inspizieren. Mit jedem Schritt wurde mein Irrtum ersichtlicher: Wieder nur ein Blatt. Pilzsammler kennen das Problem wohl.

 

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Moos

Einige Moose fingen meinen Blick auf ähnliche Weise ein. Aus dem graubraunen Waldboden sticht ihr Grün und ihr Helltürkis besonders hervor und ist dabei oft von so knalligem Farbton, dass ich mich beinah danach bückte. „Das kann ja nicht sein, so grelle Farben in der Natur“, sagte mir mein Müllradar.

 

Nach diesem wunderbaren (weil wenigem) Montagsmüll noch eine Frage an eventuelle Leser:

 

 

 

Wann hat euch der Wald zuletzt verzaubert?

 

 

 

Der schlimmste Müll: Mein heutiger Fund

Letzte Woche war ich verkatert – ja, die ganze Woche – und daher nicht imstande den Müll zu sammeln und zu entsorgen, wie ich es vorhatte. Das tut mir Leid.

Auch heute scheint es, als müsste ich nicht raus gehen, sondern lediglich meinen Wohnort als Suchbegriff in den Reader eingeben und ganz, ganz lange scrollen. Schon zeigt sich mir der schlimmste Müll, den unser Land zu bieten hat, und das ist ein Holocaustleugner, der auch noch Zustimmung im Internet bekommt. Einen Auszug kriegt ihr hier:

Erfrischend anders an dem Beitrag ist, dass Hitler nicht wie üblich, die Horror-Lüge vom sogenannten Holocaust unterstellt wird. […]

über Globalismus vs Nationalsozialismus — Viel Spass im System

Den Rest erspare ich euch. Es wird Hitler, kurz gefasst, unterstellt, dass er links war; als rechts gilt, dass Schwarze Weiße heiraten dürfen – bitte was? Insgesamt ergibt der Text überhaupt keinen Sinn, was ja normal ist bei derartigen Verschwörungstheorien.

Eigentlich sollte ich wohl den gepflegten Dialog mit dem Autor suchen, nachdem ich heute bereits Seppos nazisatirischen Text „Die echte Wahrheit“ rügte und ihm vorhielt, er mache sich nur über besorgte Bürger lustig und fördere damit die gesamtgesellschafltiche Spaltung. Jetzt lese ich seinen Text gerade nochmal, und in vielen Punkten stimmt diese Übertreibung leider mit den Inhalten des Blogs „Viel Spass im System“ überein. Ich muss zugeben: Hier ist bereits Hopfen und Malz, und somit alles, was die toitsche Togent ausmacht, verloren.

Ich bin recht sprachlos angesichts dieses Funds und würde gern etwas dagegen tun, denn meines Wissens und auch nach dem Wissensstand des Blogbetreibers von „Viel Spass im System“ ist Holocaustleugnen auch im Internet strafbar. Wer juristisch informiert ist, was man dagegen tun kann: Immer her damit! Außerdem stelle ich mir die Frage, ob WordPress selbst auch Richtlinien hat, die dies regeln, finde aber nichts dazu. Vielleicht bin ich zu blöd zum Googlen. Jedenfalls bin ich froh, wenn ihr mir weiterhelft.

Damit ich auch diesen Montagsmüll umweltgerecht entsorgen kann.

Weihnachtsmüll

Dieser Text ist keine Ebaywerbung, sondern die Weihnachtsedition des Montagsmülls.

 

Weihnachten ist schon wieder vorbei. Das bedeutet vor allem, dass wir uns langsam, aber sicher alle wieder Alltäglichem zuwenden. Ich habe das Fest bei meiner Familie in einem beschaulichen Schwarzwaldstädtchen verbracht und es, da es sich anbot, mit meinem wöchentlichen Ritual kombiniert.

 

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Auf 700 Metern Kleinstadtstrecke gesammelt: Weihnachtsmüll

Am ersten Weihnachtfeiertag, einem Montag, wohlbemerkt, legte ich – zwischen mittäglichem Festgelage und der mir zum Platzen gereichenden Einnahme von Kaffee und Kuchen am Nachmittag – mit meiner Familie einen Spazierweg von mehreren Kilometern zurück.

 

Optimistisch, wie ich es nur in solchen Fällen bin, in denen diese Geisteshaltung fehl am Platze ist, nahm ich einen kleinen Müllsack mit, denn wir gingen zunächst nur durch die, wie ich dachte, verhältnismäßig saubere Innenstadt. Dennoch, oder gerade deshalb war nach einem Bruchteil des Weges, nämlich nach kurzen 700 Metern, mein Müllsack voll.

 

Nach anfänglichem Spott seitens dieser Leute, die sich mir verwandt nennen dürfen, half dann sogar mein kleiner Bruder, und der Freund meiner Schwester stellte fest, dass ihm der viele Müll in der Stadt noch nie aufgefallen war.

 

In weihnachtlicher Stimmung begriffen, verbuchte ich dies als Erfolg, denn vor dem eigenen Handeln erfolgt stets eine Bewusstmachung der bisher übersehenen Missstände, und wenn ich nur das erreicht habe, ist es schließlich besser als nichts.

Da ich in den nächsten Tagen beschäftigt sein werde, wünsche ich allen Lesern meines Mülls schon mal einen guten Rutsch ins neue jahr. Und räumt ja eure Raketen auf – sonst mach ich das. 😉

 

Heute ist Montag, oder nicht?

Ich habe letzte Woche eine neue Rubrik, besser gesagt: überhaupt mal eine Rubrik in meinen Blog eingeführt, nämlich den Montagsmüll. Das ist eine stets montäglich angesetzte Sache, bei der ich, der Name sagt es, Müll sammle. Warum, kannst du im ersten Artikel zum Thema nachlesen. Eigentlich geht es natürlich wieder mal darum, dass Studenten zeigen müssen, was sie für Gutmenschen sind.

 

Sonntag ist, wenn ich nicht raus muss

 

 

So wie gestern. Gestern war bei mir Sonntag, und deshalb sammelte ich keinen Montagsmüll. Das ergibt nur Sinn, wenn man missachtet, dass bei euch vermutlich gestern Montag war. Ich hingegen hatte keine Vorlesung wegen Ausfall, keinen Grund aufzustehen und eben vergessen, dass das ein Montag sein sollte.

Heute war dann plötzlich Dienstag. Das bemerkte ich erneut aufgrund meines Stundenplanes (und diesmal sogar richtig!) und fühlte direkt Reue: Ich hatte den Montagsmüll bereits am ersten geplanten Sammeltermin zu sammeln versäumt. Daraufhin ließ ich mir zunächst zahllose Ausreden einfallen, die nur nichts brachten, musste ich sie ja diesmal nicht mir allein, sondern euch, die ihr diesen Blog lest, auftischen.

 

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Auf hundert Metern Wegesrand gesammelt: ein ganzer Sack Studentenstadtmüll.

So traf ich heute die Entscheidung: Nur ganz, ganz kurz gehe ich noch mal raus und suche im Dreck Dreck, der diesen Namen kaum verdient. Gesagt, getan, fand ich auf einer Strecke, die laut Google Maps – und Google weiß bekanntlich alles – gerade mal hundert Meter misst, in höchstens zehn Minuten den im Bild dargestellten Müll.
Dabei ist noch zu erwähnen, dass sich in näherer Umgebung kein Fastfoodrestaurant befindet sowie dass am Ende dieser Strecke nur Studenten wohnen, und zwar tausend Stück.

Bleibt mir nur zu sagen: Wenn die restlichen Studenten einen solch ekelhaften Umgang mit unserer Umwelt pflegen, so fällt es mir wohl nicht allzu schwer mich als Gutstudent zu fühlen. Genügend Müll, den ich entfernen kann, scheinen meine werten Mitbewohner – nicht alle, aber definitiv zu viele – durchaus zu verschleudern.

 

Montagsmüll

Schon fast ein Vierteljahr ist es nun her, dass ich diesen Blog gestartet habe. Ich habe seitdem drei Texte verfasst und gefühlt 27 weitere begonnen, von denen vermutlich niemals einer das Internet erblicken wird. Damit mein Blog nicht so traurig aussieht, werde ich eine Regelmäßigkeit einführen, und zwar montags. Der Montag ist ohnehin der ekligste Tag der Woche, da sind sich wohl alle unfreiwilligen Frühsaufsteher des Westens einig, und nun gibt es noch einen Grund mehr dafür:

 

Schlechte Nachrichten!

 

 

Möglichst jeden Montag werde ich mich ab nächster Woche eine kleine Runde nach draußen in die sogenannte Natur begeben und dort Müll sammeln. Den werde ich dann hier zeigen, vielleicht wiegen, vielleicht im Verhältnis zur Spazierzeit darstellen; so genau habe ich mir das noch nicht überlegt. Ich will den Müll auf jeden Fall korrekt entsorgen, aber nicht ungesehen bleiben bei dieser wahrhaft ritterlichen Aufgabe, die ich mir auferlegt habe. „Warum?“, fragst du?

 

„Ist dir wirklich so langweilig?“

 

 

Nee, leider nicht, sage ich. Ich denke aber, es reicht nicht, wenn wir Müll einfach vermeiden – oder zu vermeiden versuchen, wie realitätsnahe Korinthenkacker das auszudrücken wüssten.

Ich gehe täglich zu Fuß in die Uni. Mein Weg dorthin dauert je nach Zielgebäude zehn bis dreißig Minuten. In dieser Zeit sehe ich täglich so viel Müll am Wegesrand, aber teilweise auch in Wald und Wiese herumliegen, dass ich den Anblick kaum ertragen mag.

Was da draußen rumliegt, wird nicht mehr verrotten, solange wir hier sind. Wir haben schon zu viel Kunststoff in die Welt geworfen. Jetzt können wir nur noch eine verdreckte Umwelt vererben, selbst wenn wir exzessive Müllvermeidung betreiben. Also gehe ich raus, sammel ihn ein, und mache ganz, ganz vielleicht einen winzig kleinen Unterschied.

 

#wasteyourtime oder #Montagsmüll

 

 

Gerne könnt ihr einen komischen Hashtag dazu erfinden und die Sache publik machen. Wenn jeder, der sowieso aus normalem Anstand keinen Müll in die Gegend wirft, auch manchmal welchen aus der Gegend mitnimmt und entsorgt, dann ist allen geholfen. Dass wir zusätzlich trotzdem noch Müll vermeiden sollten, wo es nur geht, und nachhaltiger Konsum der Schlüssel dazu ist, sehe ich als selbstverständlich an. Gute Tipps dazu hat zum Beispiel die Schweizerin Nicole in ihrem Blog einfachnachhaltig, wo sie unter anderem beschreibt, wie man Wegwerfartikel wie Abschminktücher durch selbst gemachte Alternativen ersetzt.

Ich geh dann mal Schutzhandschuhe kaufen – vermutlich, trotzdem ich mir das Gegenteil erhoffe, in Kunststoffverpackung.